Germany

Ziel des WELCOMING SPACES (Willkommensräume) Forschungsprojekts ist es herauszufinden, wie zwei unterschiedliche politische Herausforderungen zusammengeführt werden können. Dabei steht die Frage im Fokus: Was kann zur Revitalisierung von Schrumpfregionen beitragen und gleichzeitig einen Willkommensraum für Drittsaatangehörige schaffen, der es ihnen ermöglicht, ihre Lebensziele zu verfolgen?

Wiederbelebung bezieht sich auf nachhaltige Prozesse, die schrumpfende Regionen wieder vitalisiert und Einwohner*innen ein erstrebenswertes und wertschätzendes Leben anbietet, und zwar indem Menschenrechte gesichert sind und Zugänge zu unterschiedlichen Kapitalien geschaffen werden.

Innerhalb Europas sind sämtliche Willkommensräume vorhanden. In diesem europäisch-ausgerichteten Forschungsprojekt fokussieren wir auf Initiativen in Deutschland, Polen, den Niederlanden, Italien und Spanien. Dort gibt unterschiedliche Akteure und Organisationen, die neue Formen von Willkommensinitiativen und Kooperationen – bspw. zwischen Staat, Zivilgesellschaft und Zuwanderer*innen – schaffen. Es sind Akteure aus öffentlichen (Regierung), gemeinnützigen (freie Wohlfahrtspflege) und gewerbliche (Firmen) Träger sowie aus Graswurzelorganisation, die Willkommensinitiativen initiieren und Willkommensräume gestalten. Dies beinhaltet auch Akteure und Organisationen mit eigener Zuwanderungsgeschichte.

Erfolgreiche Revitalisierung beinhaltet ökonomische Realisierbarkeit, soziales Wohlbefinden und politische Stabilität. Wir nehmen an, dass Revitalisierung dort entsteht, wo Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren – die in schrumpfenden Regionen leben und arbeiten – vorhanden ist. Dies lässt sich durch verschiedene Faktoren annehmen: geografische Gegebenheiten, institutionelle Zusammenhänge sowie sachpolitische Inhalte (policy) und Regierungsführung (Governance), Diskurse und Darstellungen mitsamt öffentlichen Meinungen und den Medien sowie dem Engagement von Akteuren mit und ohne eigene Zuwanderungsgeschichte.  Oft bleiben die Initiativen, die Willkommensräume schaffen, jedoch unbemerkt, da sie auf lokaler Ebene handeln, zerstreut sind und politisch sensibel sein könnten. Die Möglichkeit solche Initiativen auszuweiten, ist noch unzureichend erforscht. In unserem vierjährigen Projekt Welcoming Spaces (Willkommensräume) werden wir uns diesen Themen widmen.